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Reviews
www.Tighten-Up-Cologne.de – TOP45 – Januar ‘10
Datum: 15.01.2010 | Autor: Dan45
Kategorie: Blog, Reviews | Schlagworte: , , , , , ,

Robert Jay/Bro Robert “Alcohol Pt. 1/2″ (JoAnn)

Bro Robert - Alcohol Pt 1 (JO ANN)Mit dem Tighten-Up-Cologne Silvester Special im Kölner Apropo haben wir das vergangene Jahr gebührend abgeschlossen.

Danke an alle die da waren! Wir haben den Abend überlebt, anders als die meisten guten Vorsätze. Unser erster Neujahrsgedanke?

Zitieren wir einfach unsere erste TOP45 für 2010:

„Alcohol oh alcohol, I got to put you down…“

Das hat sich nämlich auch Robert Brown Jr. gedacht als er eines Tages mit einem ziemlich üblen Kater aufgewacht ist und diesen Song schrieb.

Jay, Robert - Alcohol Pt 1 (JO ANN)

“Robert Brown Jr.” wurde am 29. Mai 1934 in Lower Peach Tree, Alabama, geboren. Mit zarten 13 Jahren hatte er genug gespart um sich von dem Geld, dass er beim Zeitungsaustragen verdient hatte, ein 60 Dollar Busticket nach Detroit zu kaufen. Mit 15 oder 16 Jahren inspirierte ihn der Film „The Man With The Golden Horn“ Trompete zu lernen und so spielte er nach ein paar Privatstunden auch in der „Eastern High School Band“. Nach der Schule wechselte er jedoch von der Trompete auf Alto Saxophon.

1954 ging Brown zum Militär und wurde dem 54th Engineers Battalion in Europa, vorwiegend in Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich stationiert. Wärend dieser Zeit spielte er Kontrabass und gewann mit seiner Militärgruppe sogar den ersten Platz bei einen Bandwettwbewerb in Deutschland.

Nachdem er 1956 das Militär wieder verließ, kehrte er zurück nach Detroit, wo er wieder seinen alten Nebenjob bei der Crysler Motor Company aufnahm.  Sein Bruder und seine Schwester wollten dass er zu Motown geht, doch Brown wollte lieber unabhängig sein und nicht bei einem Major unterschreiben. Auch das Angebot bei der Gruppe “The Contours” am Bass einzusteigen schlug er aus, da er von Kontrabass zum Electric Bass hätte wechseln müssen.

1963 nahm er schließlich seine erste Single „Hop, Stomp and Jump/Lonesome Jungle“ mit einem transportablen Tape Recorder und lediglich Drums, Gitarre und Organ in dem Nachtclub „Phelps Lounge“ auf. Erschienen ist die Single unter seinem bürgerlichen Namen „Robert Brown“ auf dem Label „RICARE“ in einer Auflage von 200 Kopien.

robertjay1

Knapp sieben Jahre später, um 1969/70 entstand im Heimstudio eines Freundes die erste Aufnahme zu „Alcohol“. Veröffentlicht wurde das Stück unter dem Pseudonym „Bro Robert“ auf seinem eigens gegründeten Label „JoAnn“ (Blau), benannt nach dem Namen seiner Tochter. Er verteilte die 300 gepressten Singles vor allem unter seinen Freunden und bei seinen kleinen Gigs in den Detroiter Nachtclubs. Nur sehr wenige Exemplare fanden den Weg in die Plattenläden, da diese vornehmlich mit „Major Plattenfirmen“ arbeiten wollten. Nichts desto trotz bekam die Single so gutes Feedback, dass er das Stück 1973 noch einmal in dem professionellen Tonstudio von „Dave Hamilton“ in der Westside von Detroit, mit professionellen Studiomusikern aufnahm. Auch die Veröffentlichung  „Robert Jay“ auf dem pinken „JoAnn“ Label erfolgte lediglich in einer Auflage von 300 Stück. Wie viele der jeweils 300 Kopien die Knapp 40 Jahre überlebt haben, kann man sich selbst ausmalen.

Mit Bro Robert’s, bzw. Robert Jay’s Nummer „Alcohol“ präsentieren wir das perfekte Beispiel, wie unterschiedlich ein und derselbe Künstler ein Stück innerhalb weniger Jahre interpretieren kann. Ist die erste Version noch eine Lo-Fi Blues-Funk Bombe, so donnern in der zweiten Pressung knüppelharte Drums und ein dröhnender Bass durch die Rillen. Und jeweils Robert Brown’s Ode an seine Alkoholsucht! Alkoholismus muss also nicht immer unbedingt etwas schlechtes sein, zumindest nicht solange etwas wie diese beiden Scheiben daraus entstehen!

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Mayer Hawthorne – “A Strange Arrangement” (Stones Throw Records)

Mayer HawthorneDrew Cohen hat mit “Mayer Hawthorne” einen Charakter erschaffen, der in der Retro-Neo-Soulschule unter seinen Klassenkameraden wohl die Rolle des Nerds mit Hornbrille und Pullunder spielt, den man jedoch auf keinen Fall unterschätzen sollte.

Auf seinem ersten Soulalbum “A Strange Arrangement” hat Mayer eine Art Retro-Neo-Soul kreiert, der auf den klassischen Motown-Sound der 60er zurückgreift, gekoppelt mit dem Einsatz der Barbershop-Harmonien (“Maybe So, Maybe No”) und Einflüssen aus seiner Musiklaufbahn als HipHop-DJ bzw. seiner Vergangengheit als Metalhead (Gitarrensolo in “Green Eyed Love”).

Mit seinen Gesangskünsten beschäftigt sich der Multi-Instrumentalist erst seit einem Jahr. Deshalb mag seine meist kopflastige Stimme für den ein oder anderen zunächst gewöhnungsbedürftig erscheinen, jedoch funktioniert das Zusammenspiel mit der Musik durch eine sorgfältige Gewichtung des Volumens zwischen Instrumenten und Gesang, so dass schnell klar wird: Mr. Hawthorne weiss genau, was er da fabriziert.

Die Texte sind leicht bekömmlich und genauso kitschig, wie das originelle, rote und herzförmige Vinyl, auf dem die Single “Just Ain’t Gonna Work Out” erschien, wodurch das Konzept der Platte im Ganzen eine runde charmante Sache ergibt.




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